Konjunkturaufschwung setzt sich fort

Notenbanken im Fokus

Der wettertechnisch sehr durchwachsene und eher zu kalt gebliebene Mai liegt nun hinter uns. Der Juni hingegen beschert uns bisher feinstes Sommerwetter und die Börsen scheinen diesem Trend zu folgen. Nichts ist es mit dem Börsensprichwort „sell-in-may-and-go-away“. Die Aktienmärkte bleiben somit weiter in Rekordlaune und produzieren Allzeithochs wie am Fließband. Ein wesentlicher Grund ist dabei, dass mit den steigenden sommerlichen Temperaturen in Deutschland sich auch die Corona-Pandemie offensichtlich ihrem Ende nähert und immer mehr Normalität zurückkehrt. Passend dazu zeigen sich insgesamt die Kapitalmärkte in guter Stimmungslage. Die wichtigsten Aktienindices der Welt notieren nahezu alle um die jeweiligen Allzeithochs. Dies gilt mittlerweile auch für den deutschen Aktienindex (DAX30), der lange den US-Indices nur „hinterherlief“. Die breiten europäischen Indices (z. B. „Stoxx50 Europe“ und Eurostoxx50) notieren dagegen immer noch ca. 25 % unter den Allzeithochs von zu Beginn des Jahrtausends. Hier ist also weiterhin viel Nachholpotential vorhanden. Allerdings scheinen internationale Investoren nun auch wieder diese Märkte zu entdecken. Immerhin konnten die europäischen Indices seit Jahresanfang etwas aufholen und weisen im laufenden Jahr sogar eine leicht bessere Wertentwicklung auf als z. B. die US-amerikanischen Leitbörsen („S&P500“, „Dow Jones Industrial“, „Nasdaq“).

Die Widerstandsfähigkeit der globalen Anleihenmärkte dürfte dagegen in den nächsten Wochen immer wieder auf die Probe gestellt werden. Insbesondere im Zusammenhang mit den „Corona-bedingten“ konjunkturellen Nachholeffekten stieg der Konsum und die damit verbundene Nachfrage zuletzt deutlich an. Dieser Trend, in Verbindung mit teilweise noch vorhandenen „Lockdown-bedingten“ Lieferengpässen, sorgte auch im Mai in wichtigen Teilen der Wirtschaft zu einer Verknappung des Angebots und damit zu Preissteigerungsdruck (Inflation).

Besonders Produkte für die Baubranche (z. B. Rohstoffe, Baumaterialien), aber auch Technologie-Produkte (z. B. Computerchips, Ausrüstung/Infrastruktur, Endgeräte) verteuerten sich vor dem Hintergrund der hohen Nachfrage und steigender Rohstoffpreise. Die Inflation liegt damit seit langer Zeit wieder über den Inflationszielen der Notenbanken von ca. 2 % p.a. Dies führt immer häufiger zu Diskussionen über mögliche Reaktionen der Notenbanken (wie z. B. Ende der ultra-lockeren Geldpolitik, Tapering = Reduzierung der Ankäufe von Wertpapieren durch die Notenbanken, Zinserhöhungen).

Allein diese Spekulationen dürften in der nächsten Zeit immer wieder für Unruhe und somit zu erhöhten Schwankungen an den globalen Kapitalmärkten führen. Ausdruck für den Umfang der Geldversorgung durch die Notenbanken ist dabei deren Bilanzsumme. Aus der Grafik ist ersichtlich, wie stark die einzelnen Notenbanken die Kapitalmärkte in den letzten Jahren mit Geld versorgt haben. Eine Normalisierung erscheint daher wahrscheinlich, bleibt nur die Frage: „Wann?“, nicht ob …

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In der nächsten Zeit stehen einige turnusmäßige Sitzungen der verschiedenen Notenbanken an. Die Verunsicherung vor möglichen Zinsentscheidungen in den USA durch die Fed ist dabei an den Märken besonders spürbar. Die steigende Inflation und die Nachholeffekte der Weltkonjunktur aufgrund der auslaufenden Pandemie könnten die Notenbanken vielleicht sogar zu einer früheren Zinswende bewegen als bisher erwartet. In der US-Fed-Sitzung von Mitte Juni gab es immerhin richtungsweisende Aussagen. Eine Mehrheit der Fed-Sitzungsteilnehmer erwartet nun bereits bis Ende 2023 höhere Leitzinsen. Der Markt geht in der Folge von 2 statt bisher 0 Zinserhöhungen aus. Zu einem möglichen Tapering und einer zeitnahen Normalisierung der Bilanzen der Notenbanken gab es allerdings keine Hinweise. Wir erwarten dennoch auf Sicht eine Reduzierung, aber marktschonend.

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